Über uns

International Cultural Project BUTTERBROT ist eine kuratorische Initiative von Alexandra Goloborodko und Aleksandra Yurieva-Civjane. 2009 wurde das Projekt in Berlin mit dem Ziel initiiert, den interkulturellen Austausch, den Wissenstransfer und die Kooperation von und Netzwerke zwischen deutschen, russischen und osteuropäischen Kunst- und Kulturschaffenden zu fördern. Die Initiative schafft einen kontextbezogenen multidisziplinären Raum für die künstlerische Auseinandersetzung mit den für diese Regionen aktuellen Themen, indem sie systematisch Austauschprogramme, Foren, Diskussionen, Studienreisen und Ausstellungen in Berlin und im Ausland realisiert. Dabei können sich alle Interessenten via Open Calls für die Teilnahme bewerben. In den vergangenen drei Jahren lag der thematische Fokus von Projekt BUTTERBROT auf der künstlerischen Recherche und Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum in postkommunistischen Städten sowie auf der Demokratisierung dieser Räume. Andere wichtige Themen, die stets zu der Agenda dieses Projektes gehören, sind: künstlerische und kuratorische Arbeit unter schwierigen sozialpolitischen Bedingungen (art under pressure), Formen der künstlerischen Selbstorganisation und die Entwicklung von unabhängiger und kritischer Kunst in postkommunistischen Kontexten.

Das besondere am Projekt BUTTERBROT ist, dass es Kunst- und Kulturschaffende aus Ländern vernetzt, zwischen denen sonst nicht genügend Austausch und Kooperationen stattfinden. Obwohl die geografische Nähe und die gemeinsame Geschichte Deutschland, Russland und die osteuropäischen Länder vereint, sind die Bedingungen und die Möglichkeiten für die Kunst- und Kulturschaffenden dieser Regionen sehr unterschiedlich. In den meisten osteuropäischen Ländern und in Russland gibt es wenig institutionelle Unterstützung und fast kein Finanzierungssystem für unabhängige Kunst und Kultur. Das führt dazu, dass sich die Kunst- und Kulturschaffenden im Westen um Förderungen bewerben und auch ihre Arbeit nach den dort verhandelten Themen ausrichten. Außerdem wird Russland häufig aus europäischen Förderprogrammen ausgeschlossen. BUTTERBROT versucht diese Lücken zu schließen, indem es eine Auseinandersetzung mit diesen Problemen und den Dialog zwischen den Kulturschaffenden dieser Länder fördert.

Die zweite Besonderheit des Projektes besteht darin, dass es einen Projektzweig für Kinder und Jugendliche im Bereich der kulturellen Bildung gibt. Im Rahmen von BUTTERBROT Education werden ähnliche Themen kindgerecht und spielerisch aufgearbeitet: interkulturelle Beziehungen, kreative Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt (Stadt), Recycling und Nachhaltigkeit. Unter Anderem wurden Projekte in Zusammenarbeit mit den Berliner Partner*innen Dekabristen e.V., CISR e.V., Dissens – Pädagogik für Kunst im Kontext, KLAX Kinderkunstgalerie und Young Arts Neukölln realisiert. 

BUTTERBROT verfügt über keine eigenen Räumlichkeiten und versteht sich als eine unabhängige nomadische Plattform, die in Kooperation mit diversen Berliner Institutionen, Galerien und unabhängigen Räumen arbeitet, beispielsweise mit dem Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien, der CLB Galerie Berlin, dem Betahaus Berlin, dem August Bebel Institut Berlin oder der Galerie Vinogradov Berlin. Im Rahmen des Projektes BUTTERBROT werden bewusst keine Veranstaltungsformen festgelegt. Vielmehr entwickeln sich bestimmte Formate und Projekte während der Arbeit an den jeweiligen Themen und inspirieren sich gegenseitig. Seit Mai 2019 fungiert BUTTERBROT unter der Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins Kulturschafft e.V. Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, Kunst und Kultur an die Orte und zu den Menschen zu bringen, an denen und für welche es wenig Zugang zu dieser gibt. Zurzeit zählt der  Verein über 20 Mitglieder. Diese sind internationale, in Berlin lebende Kunst- und Kulturschaffende, die in unterschiedlichen Sparten arbeiten. 

Alexandra Goloborodko 

Alexandra Goloborodko, ist in Moskau geboren, lebt und arbeitet seit 2010 in Berlin. In Moskau studierte sie Grafik (B.A.) und Kulturwissenschaften (B.A.) und absolvierte 2018 den Masterstudium an der UdK Berlin im Fach Kunst im Kontext. In 2010 gründete sie ein deutsch-russisches kuratorisches Projekt Butterbrot. Als Kuratorin beschäftigt sie sich mit Formen der künstlerischen Selbstorganisation, Förderung des Kulturdialogs zwischen ost- und westeuropäischen Ländern und Kunstpraktiken im öffentlichen Raum. Seit 2005 ist sie als Künstlerin und Kuratorin tätig und hat u. a. folgende Ausstellungen & Kulturevents in Berlin realisiert:  BesonderRaum  in Kinderkunstgalerie Klax,  Meine Straße? Моя Улица?  im August Bebel Institut,  Lebens(t)Räume  im Ausstellungszentrum Pyramide,  Koordinatensystem  in CLB Berlin und betahaus Berlin,  Königsberg – Kaliningrad. Idee oder Geschichte im August Bebel Institut,  Russland vs. Russland  im Kunstquartier Kreuzberg / Bethanien Berlin. Ihre Projekte wurden u. a. von Heinrich Böll Stiftung, Robert Bosch Stiftung und Goethe Institut unterstützt. 

Neben dem Kuratieren ist sie in der kulturellen Bildung aktiv. Sie leitet kreative  Bildungsprogramme für junge Menschen, u. a. in Dissens – Pädagogik für Kunst im Kontext e.V., Chance International e.V., Kulturamt Steglitz-Zehlendorf, Schloss Trebnitz. Als Kunstvermittlerin widmet sie sich der Erkundung des Lebensumfeldes, mit der Hilfe von künstlerischen Medien, wie z.B. Fotografie oder dokumentaler Videoproduktion.  

Aleksandra Yurieva-Civjane 

Aleksandra Yurieva-Civjane ist 1983 in Riga (Lettland) geboren, lebte ab ihrem dritten Lebensjahr in Moskau und seit 2003 in Berlin. Sie hat Psychologie sowie Medien- und Kulturwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert und  sich in den Bereichen Kunsttherapie (IEK Berlin) und Kuration/ Ausstellungsorganisation (UdK Berlin) weitergebildet. Yurieva-Civjane ist Gründerin des International Cultural Project BUTTERBROT, in welchem sie auch kuratorisch tätig ist. Seit 2007 arbeitet sie auch als Künstlerin und leitet Kreativworkshops für Kinder. In ihrer kuratorischen Arbeit beschäftigt sich Yurieva-Civjane vor allem mit der Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen ost- und westeuropäischen Ländern. Sie setzt sich mit der Ästhetik der urbanen Räume, den postkommunistischen städtischen Kontexten, der sozialen Geographie und den Kunstpraktiken, die diese Themen behandeln, auseinander. Einige Ausstellungen die sie organisiert hat, sind: Meine Straße? Моя Улица? im August Bebel Institut Berlin,  Koordinatensystem in CLB Berlin und Betahaus Berlin, Russland vs. Russland  im Kunstquartier Kreuzberg / Bethanien Berlin. Ihre Projekte wurden u. a. von der Heinrich-Böll-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, dem Goethe Institut und dem Kulturamt Neukölln unterstützt.

Als Künstlerin beschäftigt sie sich mit den räumlichen Übersetzungen unterschiedlicher Systeme und Prozesse, mit der Wechselwirkung von Text, Sprache und Bild sowie mit medialen Selbstpräsentationen. Unter anderem nahm sie an der Magistrale 2008 in Berlin, dem EMERGEANDSEE Medien Festival 2010 in Berlin und an der Ausstellung Emotional Landscapes 2018 in Düsseldorf teil. Ihre Skulptur Der Kubus lebt ihr eigenes Leben im Prinzessinnengarten in Berlin. Im Rahmen der kreativen Kinder-Workshops, die Yurieva-Civjane leitet, liegt der thematische Schwerpunkt sowohl auf Recycling als auch auf der haptischen und medialen Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt. Aleksandra Yurieva-Civjane wurde 2014 Mutter von Lisa Una Müller.